Lisa-Marie Schmitz

Stress ist nicht gleich Stress

03. Dezember 2025
Das Bild zeigt Lisa-Marie, wie sie schräg auf einem Sofa sitzt, den Arm auf die Lehne gestützt. Auf dem Bild stehen die Worte: Stress ist nicht gleich Stress.

In der Psychologie spricht man von emotionaler Granularität. Das meint die Fähigkeit, die eigenen Gefühle möglichst konkret und differenziert zu unterscheiden und zu benennen.

Oft sagen wir einfach: „Ich bin gestresst."

Doch Stress ist selten nur ein einzelnes Gefühl. Dahinter können viele verschiedene emotionale Anteile stecken, zum Beispiel Entscheidungsangst, Versagensangst, Überforderung, Frustration, Unsicherheit, Ärger, Traurigkeit, Enttäuschung, Scham oder Erschöpfung.

Aber Stress kann auch positive Auslöser haben. Manchmal entsteht Stress durch Vorfreude, Motivation, Inspiration, Lampenfieber, Herausforderung oder die Aufregung vor einem großen Ziel.

Der Schlüssel liegt in der Sprache:
Je genauer wir unsere Gefühle benennen können, desto besser verstehen wir, was wirklich in uns vorgeht. Das ist emotionale Granularität. Und sie hilft uns, uns emotional zu regulieren und gezielt passende Strategien zu entwickeln, statt einfach nur „gestresst" zu sein.

Und es lohnt sich, Stress frühzeitig zu erkennen, zu differenzieren und ernst zu nehmen.

Denn ungeklärte Emotionen verschwinden nicht einfach von alleine, wenn wir sie ignorieren. Sie bleiben oft im Hintergrund aktiv, beeinflussen unser Denken und Handeln und können sich mit der Zeit sogar verstärken. Erst wenn wir uns die Zeit nehmen, unsere Gefühle zu erkennen und zu benennen, können wir wirklich verstehen, was uns bewegt und dann auch gezielt darauf reagieren.

Ein gesunder Umgang mit Stress wirkt sich positiv auf unser Inneres und auf unser Umfeld aus.

Daher ein kleiner Impuls für die nächste Situation, in der du merkst: "Ich bin gestresst"

  1. Versuch mal, deinen Stress zu „zerlegen" und die einzelnen Gefühle dahinter zu benennen.

  2. Und versuch dann deine Bedürfnisse davon abzuleiten: was brauchst du, um deine Gefühle, die den Stress auslösen, zu regulieren?

Frage an dich: Wenn du dich an den letzten Moment erinnerst, in dem du gestresst warst: welches Gefühl hat diesen Stress in dir ausgelöst?