Lisa-Marie Schmitz

Wie gehe ich mit Konflikten und schwierigen Gesprächen um?

27. April 2026 · von Lisa-Marie Schmitz · ca. 3 Min. Lesezeit

Konflikte gehören zum Arbeitsalltag – und trotzdem meiden wir sie oft.

Dieser Artikel geht drei Fragen nach: Warum schweigen wir, was steckt hinter dem Verhalten meines Gegenübers – und was kostet ungelöste Spannung im Team?

Lisa-Marie steht in einem weißen Oberteil im Raum, hat die Arme in die Hüften gestemmt und schaut leicht lächelnd in den Raum, auf dem Bild steht die Frage: Dein Verhalten in Konflikten

Warum schweige ich, obwohl ich etwas sagen will?

Kennst du das Gefühl, nach einem Gespräch, einer Diskussion oder einem Konflikt zu denken: „Warum habe ich schon wieder nichts gesagt?"

Gerade wenn ein Hierarchiegefälle besteht, fällt es oft schwer, die eigene Meinung zu vertreten. Doch auch gegenüber besonders dominanten Kolleg:innen – oder in Freundschaften und Partnerschaften – kann es herausfordernd sein, für die eigenen Ansichten einzustehen.

Der einfache Weg? Zustimmung und Rückzug, um Konflikte im Außen zu vermeiden. Doch das hinterlässt oft Frust und das Gefühl, nicht für sich einzustehen.

Ich habe das selbst erlebt: Im entscheidenden Moment habe ich geschwiegen, um Konflikte zu vermeiden. Kurzfristig bequem, aber langfristig verliert man an Selbstachtung und Mut, zu den eigenen Ansichten zu stehen.

Wirkliche Authentizität entsteht dort, wo du ehrlich zu dir selbst und anderen bist. Dein Verhalten ist okay – solange du dich bewusst entscheidest, wie du auftrittst und was du sagst.

Impuls für dich: Hör mal in dich rein: Verhältst du dich in Gesprächen, Diskussionen und Konflikten so, wie du es dir wünschst? Wenn nicht, nimm dir Zeit, daran zu arbeiten. Finde heraus, was du brauchst, um für dich einstehen zu können, und wie dein authentisches Verhalten im nächsten Aufeinandertreffen aussehen darf.

Was steckt Positives im Verhalten meines Gegenübers?

Wenn wir das Verhalten unseres Gegenübers eigentlich nicht nachvollziehen können und es für viel Unverständnis oder Ärger bei uns sorgt, kann ein Perspektivwechsel helfen.

Nehmen wir an: Katja liebt es, schnell Entscheidungen zu treffen und das große Ganze im Blick zu behalten. Zügig durchziehen, Ergebnisse liefern.

Und dann ist da Luka – der Kollege, der in jedem Meeting ins Detail geht, jede Eventualität durchdenkt und die kleinsten Dinge präzise hinterfragt.

Für Katja ist die Zusammenarbeit jedes Mal ein Kraftakt. Sie ist genervt.

Katja entscheidet sich für ein Coaching und ändert im Prozess ihren Blickwinkel. Sie versetzt sich in Luka hinein und fragt sich:

→ Was steckt Positives in Lukas Verhalten?
→ Was macht Luka gut – und was will er damit bewirken?

Durch diesen Perspektivwechsel versteht sie: Luka will das Team vor Fehlern bewahren, Risiken minimieren und für höchste Qualität im Detail sorgen. Hinter seiner Gründlichkeit steckt eine positive Absicht und eine Stärke, die bei Katja weniger ausgeprägt ist – die es für das beste Qualitätsergebnis aber braucht.

Seitdem können Katja und Luka ihre Unterschiede akzeptieren und gezielt nutzen: Katja sorgt für Tempo und Gesamtüberblick – Luka kümmert sich um die Details.

So entsteht Zusammenarbeit mit echter Wertschätzung. Und das Team profitiert von beiden Arbeitsweisen.

Frage an dich: Erinnerst du dich an deinen letzten Konflikt, deine letzte Diskussion – an einen Moment, in dem du das Verhalten deines Gegenübers nicht verstanden hast? Was könnte Positives an diesem Verhalten gewesen sein? Was macht er/sie gut? Was will er/sie bewirken?

Was kostet es, Konflikte nicht zu führen?

Der teuerste Konflikt in Organisationen ist nicht der, der eskaliert. Es ist der, der nie geführt wird.

Konfliktfähigkeit – wie sieht ein Team ohne sie aus?

→ Spannungen werden totgeschwiegen – bis sie ex- oder implodieren
→ Meetings sind harmonisch – aber wirksame Entscheidungen bleiben aus
→ Probleme werden um den heißen Brei herumgeredet – oder verschwiegen

Gerade in Zeiten von KI, Transformation und hohem Veränderungsdruck braucht es Klarheit und kritisches Denken. Und das entsteht nur dort, wo Konflikte offen und konstruktiv geführt werden können.

Wenn Konfliktfähigkeit im Team verankert und gelebt wird…

→ …werden Spannungen früh angesprochen und produktiv genutzt
→ …entstehen bessere Entscheidungen, weil unterschiedliche Perspektiven wirklich gehört werden
→ …wächst Vertrauen, weil Menschen wissen: Hier bin ich sicher

Konfliktvermeidung kostet mehr als Konfliktführung. Und Konfliktführung kann man lernen.

Frage an dich: Wie siehst du das?

Lisa-Marie Schmitz

Lisa-Marie Schmitz

Lisa-Marie Schmitz ist zertifizierter & professionell ausgebildeter Coach & strategische Sparringspartnerin. Sie begleitet ihre Klient:innen in einem effizienten Coaching Prozess dabei, bewusst und sich gut anfühlende Entscheidungen zu treffen und umzusetzen – beruflich und privat. Sie arbeitet vor allem mit Führungskräften, Mitarbeitenden und Privatpersonen zusammen.

Mehr über Lisa-Marie →